Radrennen 2011



Dies Jahr wurde im Rahmen von Mission Olympic aus der paragon night der paragon day.

Radtalente Lübbers und Driller gut in Tritt

Von Sonja Möller (WV). Monika Lübbers mag frische Blumen. Das weiß auch Sohn Dorian. In diesem Jahr hat er ihr schon 17 Sträuße geschenkt. Jedes Mal, wenn der 14-Jährige nach einem Radrennen auf dem Treppchen steht, bedankt er sich bei ihr mit dem gewonnenen Strauß.
Dorian Lübbers ist 14 Jahre alt und besucht die achte Klasse der Realschule Lichtenau. Während seine Freunde ins Kino gehen oder Partys feiern, bereitet sich der Herbramer diszipliniert auf seine Wettkämpfe vor. »Dorian ist Feuer und Flamme, wenn es ums Rennradfahren geht. Da trainiert er ganz zielstrebig«, erzählt Mama Monika Lübbers stolz.
Da geht es ihr wie Ulrike Driller: »Der Sport steht bei Marius ganz oben auf der Prioritätenliste. Er ist sehr ehrgeizig und natürlich unterstützen wir ihn.« Marius Driller ist 17 Jahre alt und besucht die elfte Klasse des Pelizaeus-Gymnasiums. Ihn hat das Radsportfieber gepackt, seit er die Tour de France live erlebt hat. Zusammen mit Vater Norbert, Schwester Vera sowie Onkel und Cousine reiste Marius nach Frankreich. »Als ich zurück war, hab ich Papas altes Rennrad aus dem Keller geholt und direkt ausprobiert«, erinnert sich der Benhauser. Doch das Training alleine war langweilig, deswegen schloss er sich der Radsportgemeinschaft Paderborn an.
Dort fuhren bereits seine Großcousins Dorian und Raven Lübbers, die ein Jahr früher angefangen haben. »Raven und ich sind in Herbram mit dem Mountainbike gestartet«, erzählt Dorian Lübbers. Der stellvertretende RG-Vorsitzende Waldemar Grabosch erkannte das Talent der Brüder und sprach sie an. Mittlerweile fahren Marius Driller und Dorian Lübbers beide für die RG, Raven Lübbers ist 2010 ins Sportinternat zu der SG Radschläger Düsseldorf gewechselt. »Dort habe ich optimale Trainingsmöglichkeiten«, erzählt der 16-Jährige, der aber im Sommer wieder zurück nach Paderborn kommen will.
Der schnelle Sport auf schmalen Rädern hat es Dorian Lübbers angetan: »Es ist einfach ein cooles Gefühl, anderen wegzufahren. Das macht Spaß.« 2011 hat der Herbramer so einige abgehängt, stand 17 Mal auf dem Podest. »Rennradfahren ist ein Einzelsport, in dem ich selbst für meine Leistung verantwortlich bin. Ich fahre nur für mich«, beschreibt Lübbers. Driller ergänzt: »Außerdem ist Radsport mal was anderes. Das macht nicht jeder.« Doch der 17-Jährige weiß auch, bei wem er sich bedanken muss: »Ohne meine Eltern ginge das nicht. Sie stehen immer früh auf und fahren mich zu den Rennen.«
Bei Geschwindigkeiten von mehr als 40 km/h ist beiden bisher noch nichts Ernstes passiert. Brenzlig wurde es aber schon: Marius kam mit dem Schrecken davon, als sein Teammitfahrer bei der Landesverbandsmeisterschaft in Dülmen vor einer Verkehrsinsel ins Straucheln geriet: »Ich war dahinter, konnte nicht mehr bremsen und bin über ihn drüber gefahren. In der Sekunde ist mir eine Menge durch den Kopf geschossen«, sagt er. Dorian Lübbers hat sich sogar schon verletzt: »Ich bin im Training über den Lenker geflogen und mit dem Gesicht zuerst aufgekommen«, erzählt er. Eine Gehirnerschütterung und Schürfwunden schreckten ihn allerdings kein bisschen vom Sport ab: »Stürze gehören zum Rennradfahren wie Kreuzbandrisse zum Fußball.«
Mitte Juni fuhr Talent Lübbers bei der Deutschen Meisterschaft. »Als die Nationalhymne gespielt wurde, hatte ich Tränen in den Augen«, erzählt Mama Monika. Dorian holte sich Bronze. »Das war mein bislang größter Erfolg«, ist der 14-Jährige stolz. Sein nächstes Ziel steht schon fest: »Ich möchte in den Nationalkader und ins Canyon Young Heroes Team. Das wird von Eric Zabel trainiert. Da kann ich mich aber erst bewerben, wenn ich in der U 17 bin.«
Marius Driller hat es 2010 in die Junioren-Bundesliga ins Team vom Sturmvogel Bonn geschafft. »Das ist eine tolle Erfahrung. Die will ich dieses Jahr noch voll auskosten.« Wäre der Sprung zu den Profis auch ein Ziel? Marius winkt ab: »Als Profi musst du sehr früh anfangen, am besten auf ein Sportgymnasium gehen. Da war ich zu spät.« Aber ein paar Podiumsplätze dürfen es schon noch werden. So wie beim Paragon-Day in Delbrück, da wurde Driller Dritter - und Mama Ulrike freute sich wieder über frische Blumen. Mit Feuer und Flamme dabei, wenn es ums Rennradfahren geht: Die Paderborner Talente Marius Driller (rechts) und Dorian Lübbers.

 
delbrueck